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Stoppt das Strategie-Bla-Bla! Ist Ihre Strategie emotional und auf den Punkt formuliert?

  • Autorenbild: Ulrich Thaidigsmann
    Ulrich Thaidigsmann
  • vor 8 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Warum viele neue Strategien schon gescheitert sind, bevor sie kommuniziert werden.


Sie glauben wirklich, Sie haben eine erfolgversprechende Unternehmens-Strategie, wenn

  • ganz viele intellektuell hochwertige Analysen (SWOT, Wettbewerbsumfeld, Trends, Benchmarks usw.) alles beleuchtet haben, was es zu beleuchten gibt?

  • Sie ganz viele Kennzahlen und KPIs formuliert haben, an denen Sie den Strategieerfolg messen werden?

  • das fertige Strategiedokument alle Facetten der künftigen Ausrichtung kleinteilig und verkopft beschreibt?

  • die 123-seitige Strategie-Präsentation optisch „total schön und professionell“ aussieht?

  • eine teure Unternehmensberatung sie begleitet hat und am Ende sagt, dass die Strategie „super sei“?

  • der externe Prüfer die Dokumentation (bei Banken gemäß MaRisk) auch gut findet?


Meine Erfahrung der letzten 20 Jahre in der Strategiearbeit: So ziemlich gar nichts von obigen 6 Punkten ist wirklich erfolgsrelevant für eine erfolgversprechende Strategieumsetzung!

„Wenn eine Strategie niemanden emotional erreicht, wird auch niemand für deren Umsetzung brennen.“

Was zeichnet eine wirklich gute Strategie aus?


  1. Jeder Beteiligte hat vorab seine persönlichen Zielbild-Vorstellungen erarbeitet, konnte diese einbringen und an der Strategie aktiv mitwirken. Dies schafft Commitment.

  2. Eine gute Strategie denkt konsequent im Zielzustand. Was ist in 2030 konkret anders als heute, wenn wir unsere Strategie umgesetzt haben? Wie sieht das aus? Entsteht beim Lesen der Strategie im Kopf ein klares Zukunftsbild? Oder sind die Formulierungen zumeist unkonkretes (ggf. schnell mal KI-generiertes) „Bla Bla“? Die Empfänger der Strategie sollten möglichst denken: „Wie cool wäre es, wenn wir diesen Zielzustand bald realisiert hätten! Daran möchte ich gerne mitarbeiten.“ Um das zu erreichen, braucht es nur ganz wenige Zahlen. Oder kennen Sie eine Führungskraft, dessen tägliche Motivation aus der „Erotik der strategischen Kennzahlen“ entsteht?

  3. Die wichtigsten Strategiebotschaften sind sehr kurz, emotional und (im wahrsten Sinne des Wortes) „be-merkens-wert“ auf den Punkt formuliert. Dafür lohnt es sich besonders, Zeit und Kreativität zu investieren. Wenn ein Mitarbeiter oder ein externer Bewerber künftig nach der Unternehmensstrategie fragt, sollte jede Führungskraft spontan und mit einem Lächeln im Gesicht einen Großteil dieser wenigen Strategiebotschaften aus dem Kopf abrufen können. Wenn die meisten zuerst nachschauen müssten, ist die Strategie unwirksam und ein Papiertiger.


Randnotiz für alle Bankvorstände unter meinen Lesern: 

erarbeiten Sie zunächst die neue Strategie unter obigen Leitgedanken. Und kümmern Sie sich erst in einem späteren Schritt um die formale Dokumentation gemäß den Anforderungen nach MaRisk. Beides gleichzeitig erreichen zu wollen, wird zäh und dürfte scheitern.



Fazit: 

Eine gute Strategie braucht „wenig Text, wenig Verkopftes, nur wenige Zahlen“. Sie braucht „konkret vorstellbare Zielbilder und positive Emotionen“. So entsteht die Basis für eine erfolgreiche Umsetzung.


Herzliche Grüße

Ihr Ulrich Thaidigsmann


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